„Letzte-Hilfe-Kurs mit Leichter Sprache“: "Ich entscheide"

| Ahaus | Buntes Leben

Torsten Vrenegor und Maria Schmittmann mit Teilnehmenden des Letzte-Hilfe-Kurses.

In Ahaus und Stadtlohn luden zwei „Letzte-Hilfe-Kurs mit Leichter Sprache“ dazu ein, zu Fragen rund um den Tod ins Gespräch zu kommen.

Zwischen Wecker, Klangschale und Urne steht ein Playmobil-Krankenwagen. Mit ihm lasse sich super erklären, was Erste und Letzte Hilfe bedeute, erläutert Torsten Vrenegor aus der Wohnstätte Livia in Ahaus: „Den Krankenwagen ruft man, wenn jemand Hilfe benötigt. Wenn aber klar ist, dass ein Mensch stirbt, kann es sein, dass man ihn nicht mehr ruft.“

Was ist der Tod überhaupt?

Zum Einsatz kommt der Spielzeug-Krankenwagen im neuen „Letzte-Hilfe-Kurs mit Leichter Sprache“. Ihn bietet Torsten gemeinsam mit Maria Schmittmann aus der TSM Josefa in Stadtlohn für die Menschen in den Stiftungseinrichtungen an, vorerst beschränkt auf die Region Ahaus-Stadtlohn.

Was ist überhaupt der Tod? Wie begleitet man jemanden, der stirbt? Wie kann ich trauern? Und wie stehe ich zu meiner eigenen Sterblichkeit? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt der vier Inhaltsblöcke.

Ins Gespräch kommen

Der Tod sei oft ein Tabuthema, über das eher situativ gesprochen wird, sagt Maria. Dabei gelte es Sterbefälle, Beisetzungen und Trauerprozesse zu begleiten: „Wir möchten Hemmungen abbauen und über den Tod ins Gespräch kommen.“

Wo immer möglich, kommen dabei Hilfsmittel und Symbole aus der Unterstützten Kommunikation zum Einsatz. Praktische Übungen gehören ebenfalls dazu. Die Mundpflege etwa, bei der der Mund einer Person befeuchtet wird, zum Beispiel mit dem Lieblingsgetränk.

„Dabei geht es nicht primär um Hygiene“, betont Torsten, „sondern darum, dem Sterbenden einen guten Moment zu schaffen.“

Sehr positive Rückmeldungen

Bei den Klientinnen und Klienten seien die ersten Termine sehr gut angekommen, freuen sich beide. „Jetzt kann ich besser über das Thema Sterben und Tod sprechen“, „Ich darf entscheiden, was ich möchte“ oder „Ich möchte einmal in Haus Hall beerdigt werden“ lauteten einige der Rückmeldungen.

Nun werden alle Erfahrungen zusammengetragen. Dann wird entschieden, ob der Kurs auch in anderen Regionen angeboten wird.