Sie sitzen am Tisch im „Ergo-Raum“. Maximilian, sechs Jahre alt, freut sich auf das Spiel: „Drei Murmeln“, sagt er und wählt sie aus einer Schachtel aus. Gemeinsam mit seiner Mutter Corinna Schürcks und Heilpädagogin Nadine Ebbing bereitet er alles vor.
Wieviele Farben, und welche? Er entscheidet sich für Grün und Blau, legt Papier in den Schuhkarton. Und los geht es. Eifrig bewegt der Junge den Karton und die Murmeln ziehen ihre bunten Spuren.
Maximilian bekommt Interdisziplinäre Frühförderung
Seit anderthalb Jahren wird Maximilian in der Frühförderstelle Borken am Horaper Weg 1 unterstützt: Heilpädagogische Förderung wurde bei ihm zunächst mit Ergotherapie und wird jetzt mit Logopädie kombiniert. Interdisziplinäre Frühförderung (IFF) ist dafür der Fachbegriff. Die Familie hat hier eine feste Ansprechpartnerin und einen Ort für alle Angebote.
„Das bringt für unseren Sohn so viel Ruhe und ist auch für uns als Eltern sehr entlastend. Die Frühförderung hat Maximilians Entwicklung spürbar vorangebracht. Und wir bekommen hier viele Anregungen für den Alltag. Das hilft uns als Familie enorm."
Corinna Schürcks
Maximilians Therapien werden eng aufeinander abgestimmt. Das gibt ihm Halt und hat seine Fortschritte verstärkt. Heilpädagogin Nadine Ebbing beschreibt sie so: „Maximilian kann sich inzwischen viel besser konzentrieren, Gefühle deutlicher äußern und ist insgesamt selbstständiger geworden.“
Multiprofessionelles Team
„Die Einführung der Interdisziplinären Frühförderung im Kreis Borken war ein wichtiger Schritt für die Familien, aber auch für den ganzen Kreis“, sagt Bärbel Hillebrandt, Leiterin der Frühförderung der Stiftung Haus Hall.
An den Standorten Gescher und seit einem Jahr Borken gehören Heilpädagoginnen, Motopädinnen sowie je eine Physio-, Logo- und Ergotherapeutin zum Team. Bei Bedarf ist zusätzlich psychologische Unterstützung möglich. Zwei Kinderärzte kommen zu festen Zeiten in die Frühförderstelle Borken, so dass Diagnostik, Therapie und Förderung optimal ineinandergreifen können.
Das Angebot ist gefragt
Das Angebot wird im Kreis gut angenommen: Aktuell begleiten insgesamt 14 Mitarbeiterinnen 263 Familien, davon 102 interdisziplinär (Borken: 61, Gescher: 41) und 161 ausschließlich mit Heilpädagogischer Frühförderung (Borken: 69, Gescher: 92).
