Egal, wo Silvia Steinebach wohnt: Zwei Bilder kommen immer mit. Die hat ihr Vater für sie gemalt. Auf Leinwand, schön bunt. Auch in Silvias aktueller Wohnung hängen sie. Ein Appartement, klein, fein – und ihre erste eigene Wohnung überhaupt.
Großer Schritt
Ihr neues Zuhause ist eine von neun Wohnungen, die sich in dem Haus an der Marienstraße in Gescher finden. Seit dem Sommer 2025 lebt Silvia hier.
Das Besondere: Alle Wohnungen sind jungen Menschen vorbehalten, die vorher bei der Familie oder in Jugendwohngruppen gelebt haben und ausprobieren möchten, auf eigenen Füßen zu stehen.
Keine Nachtwachen
Für sie sei der Einzug ein großer Schritt gewesen, erzählt Silvia: „Weil keine Nachtwachen da sind, da hatte ich Respekt vor.“ Was gut sei? „Dass man die Betreuer nicht so oft an der Backe hat“, grinst sie.
Und natürlich auch: Leute einladen, selbst bestimmen, wann man nach Hause kommt. Was man als 23-Jährige so macht. Waschen und putzen? Läuft. Kochen? Noch nicht so gut.
Selbstständiger werden
„Wir haben eine hohe Präsenz. Es gilt aber: So viel wie nötig, so wenig wie möglich“, erläutert Teamleiter Dirk Rölver die Unterstützung durch das Betreuungsteam. Schließlich gehe es darum, selbständiger zu werden.
Immer seien aber spontane Kontakte möglich: „Das gibt Sicherheit.“ Das findet auch Silvia. Zum Beispiel, wenn man mal Stress hat. Im Freundeskreis, auf Arbeit oder im Haus.
Fragen gemeinsam klären
Morgens gebe es Frühstück, nachmittags eine Kaffeerunde, sagt Dirk: „Wer möchte, kommt dazu. Manche holen morgens auch einfach ihre Brötchen ab.“
Grundsätzliche Fragen klären die Mieterinnen und Mieter gemeinsam: „Zum Beispiel sollen Waschmaschinen ab 22 Uhr nicht mehr laufen.“ Zu laut, einige aus dem Haus müssen früh raus.
Auch am Wochenende bietet das Betreuungsteam eine Aktion an. Zum Beispiel Bananenbrot backen. Aber nur an einem Tag – auf Wunsch der jungen Hausgemeinschaft.
