GVP-Beratung in Haus Hall: Zukunft planen – bis zum Lebensende

Das GVP-Beratungsangebot ermöglicht den in den Haus Haller Einrichtungen betreuten Menschen, ihre letzte Lebensphase aktiv selbst zu gestalten.

Foto: Haus Hall

„Ich muss nur noch bis zum Sommer, dann habe ich genug getan“, freut sich Veronika Rosing. Noch arbeitet die 64-Jährige in den Werkstätten Haus Hall. Sie freut sich sehr auf die die Rente. Ebenso wie Petra Levers und Franz-Josef Vennemann, die wie Veronika in der Wohnstätte Alexander in Stadtlohn wohnen.

Frühzeitig über Wünsche sprechen

Alle drei nehmen das Haus Haller Beratungsangebot „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ (GVP) in Anspruch. Aktiv möchten sie ihren Lebensabend planen, inklusive ihres Lebensendes.

„Tod und Sterben gehören für uns alle einfach dazu. Ziel der Beratung ist es, mit den betreuten Menschen frühzeitig und persönlich über deren Wünsche, Erwartungen und Bedarfe zu sprechen, diese zu dokumentieren und zur Geltung zu bringen“, erläutert Seelsorger Helmut Hater das freiwillige Angebot.

Er ist einer der vier für GVP geschulten Beraterinnen und Beratern in Haus Hall. „Es kann ja sein, dass man eines Tages nicht mehr selbst sagen kann, wie man sich die letzte Lebensphase vorstellt.“

Möchte ich ein Testament aufsetzen?

Was tun, wenn ich ins Krankenhaus muss? Wer darf mich besuchen? Möchte ich ein Testament aufsetzen? Wie soll mir geholfen werden, wenn ich unheilbar krank bin und bald sterben werde? Wie möchte ich begraben werden? Im Rahmen der Beratung haben die betreuten Menschen die Gelegenheit, wichtige Fragen wie diese selbst zu beantworten.

Franz-Josef Vennemann hat schon einige Dinge klar: „Ich möchte so lange wie möglich in der Nähe meines Freundes Thomas wohnen.“ Auf seiner Beerdigung wünscht er sich das Marienlied „Wunderschön prächtige“. „Da kriege ich immer Gänsehaut“, erzählt er - und muss grinsen.

So viel eigener Wille wie möglich

„Ziel ist so viel eigener Wille wie möglich“, unterstreicht Hater. Das sei besonders herausfordernd, wenn sich ein Mensch nicht selbst äußern könne. Dann gelte es, seinen mutmaßlichen Willen festzustellen. „Manchmal sind Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen nur gut zu interpretieren, wenn man sie sehr gut kennt. Dann sind Betreuer und Angehörige für eine erfolgreiche Beratung umso wichtiger.“

Und damit etwa eine Notfallverfügung am Ende auch umgesetzt werde, müssten auch Ärzte oder Mitarbeiter der Pflege miteinbezogen werden. Wünsche und Vorstellungen können sich im Laufe der Zeit ändern, stellt Hater fest: „Dann können wir die Aufzeichnungen durchgehen und schauen, ob alles noch so stimmt.“

Petra Levers ist das recht: „Das ist schon ein schwieriges Thema. Je öfter man darüber spricht, desto leichter kann ich damit umgehen.“

Bild: Die letzte Lebensphase gestalten: „Ziel ist so viel eigener Wille wie möglich.“